Mit Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube geladen. Dabei können personenbezogene Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Prof. Dr. David Putrino stellte eine Reihe klinischer Studien vor, die sich mit medikamentösen, Nahrungsergänzungsmittel- und gerätegestützten Ansätzen zur Behandlung postakuter Infektionssyndrome (PAIS) befassen. Eine der Studien untersuchte ein Gerät zur Magnetfeldtherapie im Mikrotesla-Bereich (MMT) bei Long COVID-Patient*innen. Das Gerät nutzt niederfrequente Magnetfelder, um zelluläre Prozesse in oberflächlichen und tiefen Hirnregionen zu stimulieren, mit dem Ziel, Neuroinflammationen zu reduzieren. Bei Patient*innen, die eine aktive Behandlung erhielten, zeigten sich nach vier und acht Wochen Verbesserungen hinsichtlich der visuellen Aufmerksamkeit, der exekutiven Funktionen und des emotionalen Wohlbefindens; dies deutet darauf hin, dass nicht-invasive Neuromodulation bei kognitiven Symptomen von Nutzen sein könnte. Prof. Putrino erläuterte zudem eine Fallstudie zu antiviralen Therapien, die sowohl gegen die Persistenz von SARS-CoV-2 als auch gegen reaktivierte Herpesviren gerichtet war. Patient*innen erhielten entweder eine Kombination aus Valaciclovir und Celecoxib (IMC-2) oder IMC-2 in Verbindung mit einer 15-tägigen Behandlung mit Paxlovid. Teilnehmende, die die Kombinationsbehandlung erhielten, berichteten von erheblichen Verbesserungen, wobei die positiven Effekte bis zu zwei Jahre nach Behandlungsbeginn anhielten. Weitere Forschungsarbeiten umfassten eine Studie zu einem tragbaren Gerät für audiovisuelle Neuromodulation bei chronischen neuropathischen Schmerzen bei Patient*innen mit klinisch diagnostizierter Lyme-Borreliose. Behandelte Teilnehmende verzeichneten eine signifikante Verringerung der neuropathischen Schmerzsymptome. Darüber hinaus fasste er mehrere laufende klinische Studien zusammen, die folgende Ansätze untersuchen: nicht-invasive Vagusnervstimulation bei Dysautonomie im Rahmen von Long COVID; antivirale Therapien (Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin, Maraviroc und der monoklonale Antikörper VYD2311) gegen die Persistenz von SARS-CoV-2; Tafenoquin bei Fatigue im Zusammenhang mit Babesiose; niedrig dosiertes Rapamycin als immunmodulatorische Behandlung bei Long COVID; sowie Lumbrokinase zur Behandlung vaskulärer Dysfunktionen und Mikrothromben bei Long COVID, Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS) und ME/CFS. Die Studien verdeutlichen die wachsende Vielfalt therapeutischer Strategien zur Behandlung von PAIS und unterstreichen zugleich die Notwendigkeit größerer, kontrollierter Studien, um die Wirksamkeit zu bestätigen und jene Patient*innengruppen zu identifizieren, die am meisten von diesen Behandlungen profitieren könnten.