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Kirsten Wittke stellte CFS_CARE vor, eine Studie, in der ein interdisziplinäres, integriertes Versorgungs- und Rehabilitationsprogramm für ME/CFS-Patient*innen evaluiert wurde. Untersucht wurde, ob ein spezialisierter Behandlungspfad im Vergleich zur Standardversorgung zu einer Zustandsvebesserung führen könnte. Die Interventionsgruppe durchlief eine ambulante Erstuntersuchung, gefolgt von einer fünfwöchigen spezialisierten stationären Rehabilitation und einer anschließenden ambulanten Weiterbetreuung, während die Kontrollgruppe lediglich eine ambulante Basisuntersuchung erhielt und anschließend an die hausärztliche Regelversorgung verwiesen wurde. Die Studie ergab keinen statistisch signifikanten Vorteil des integrierten Rehabilitationsprogramms gegenüber der Standardversorgung. Innerhalb der Interventionsgruppe verzeichnete eine beträchtliche Anzahl von Teilnehmendennach der Rehabilitation eine Zustandsverschlechterung, während nur wenige Patient*innen eine Verbesserung zeigten. Vergleichbare Veränderungen wurden auch in der Kontrollgruppe beobachtet. Trotz des Ausbleibens messbarer funktioneller Verbesserungen berichteten viele Teilnehmende von subjektiven Vorteilen. 54 von 74 Befragten fühlten sich besser in der Lage, mit ihrer Erkrankung umzugehen, 17 glaubten, ihr Allgemeinzustand habe sich verbessert, und 39 gaben an, erneut an dem Rehabilitationsprogramm teilnehmen zu wollen. Die Vorteile unterschieden sich nicht in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine maßgeschneiderte Rehabilitation einigen Patient*innen zwar helfen kann, durch verbessertes Selbstmanagement stabil zu bleiben, jedoch nicht die körperliche Funktionsfähigkeit steigert, was den Bedarf an auf Wirkmechanismen basierenden therapeutischen Interventionen bei ME/CFS unterstreicht.