Mit Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube geladen. Dabei können personenbezogene Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Dr. Marie Witt stellte im ersten Teil ihres Vortrags den von der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS in Kooperation mit dem Charité Fatigue Centrum erstellten Praxisleitfaden ME/CFS vor, welcher in zwei Teile gegliedert ist: Der erste Teil beinhaltet Basisinformationen für die Öffentlichkeit, zu Krankheitsbild, Diagnosekriterien, Symptome, Schweregrade und die Versorgungsproblematik. Der zweite Teil, welcher über einen DocCheck-Login zugänglich ist, setzt sich aus Fachinformationen für Ärzt*innen zusammen, mit Schwerpunkt diagnostisches Vorgehen, Anamnese, therapeutisches Management und Hinweisen zur Versorgung in der Praxis. Zusätzlich werden Themen wie Energiemanagement, Pacing, Physiotherapie und Coping-Strategien erklärt. Der Leitfaden enthält weitere praktische Hinweise zur Codierung und Abrechnung. Im zweiten Teil ihre Vortrags stellt Dr. Witt drei der am häufigsten angewandten Off-Label Medikamente vor: Pyridostigmin, ein Acetylcholinesterase Hemmer, kann bei ME/CFS-Patient*innen einen positiven Einfluss auf Fatigue, orthostatische Intoleranz und allgemein auf die Post-exertionelle Malaise (PEM) haben; Low-dose Naltrexon (LDN), ein Opioid-Antagonist, dessen Wirkungsspektrum eine erhöhte Endorphin-Konzentration und anti-inflammatorische Wirkung haben könnte, welche sich dann auf Fatigue, kognitive Dysfunktionen und eine verbesserte PEM auswirken könnte; und Low-dose Aripiprazol (LDA), ein atypisches Neuroleptikum, dessen Wirkung Dopamin stabilisierend ist, und einen positiven Einfluss auf Neuroinflammation, Mikrogliaaktivierung und Zelltod hat. Dr. Witt schloss mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kürzlich veröffentlichten Long COVID Off-Label Liste und den darin enthaltenen vier Medikamente Agomelatin, Ivabradin, Vortioxetin und Metformin ab. Dr. Witt forderte mehr klinische Forschung an Off-Label-Medikamenten, um Evidenzen für mögliche Therapien zu generieren und die Versorgung von ME/CFS-Patient*innen zu verbessern.