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Dr. Claudia Kedor stellte in ihrem Vortrag Ergebnisse einer Beobachtungsstudie zur Wirksamkeit von hyperbarer Sauerstofftherapie (HBOT) bei ME/CFS vor. Das Prinzip dieser Therapie beruht auf zwei Säulen: einem erhöhten Umgebungsdruck und einer 100% Sauerstoffsättigung. Dr. Kedor erklärte, dass durch den erhöhten Druck die Lunge mit mehr Sauerstoff versorgt und eine verbesserte Diffusion hypoxischen Gewebes erfolge. Diese Hyperoxie entstehe unabhängig von der Bindung an Hämoglobin. Ziel der Studie war herauszufinden, ob ME/CFS-Patient*innen von der Therapie profitieren, und ob ein Unterschied in den zwei gewählten Behandlungsgruppen (20 vs. 40 Sitzungen) festzustellen ist. Haupteinschlusskritierum war eine postinfektiöse ME/CFS-Erkrankung nach Canadian Consenus Criteria (CCC), Alter von 18 bis 65 Jahre und Bellscore zwischen 30 und 60 Punkten. Dr. Kedor berichtete von einer Besserung in beiden Gruppen nach drei und auch nach 11 Monaten. Fatigue, mental wie auch funktionell, verbesserte sich in beiden Gruppen. Die Kognition, gemessen mit dem Symbol Digit Modalities Test (SDMT)-Test, verbesserte sich vor allem bei der Gruppe mit 40 Sitzungen. Eine Schmerzlinderung wurde ausschließlich nach 40 Sitzungen festgestellt. Auch die Handgriffstärke und der One-Minute Sit-to-Stand-Test fielen zugunsten der Gruppe mit 40 Sitzungen aus. Dr. Kedor schloß damit ab, dass HBOT allgemein gut verträglich sei und eine Relevanz der Behandlungsdauer und eine Verbesserung der physischen Funktionen festgestellt wurden, parallel zu einer Normalisierung funktioneller Konnektivität gemessen anhand Magnetresonanztomographie (MRT). Mittels Biomarkeranaylsen könnte in Zukunft zwischen Respondern und Nicht-Respondern unterschieden werden, damit HBOT als Mechanismus-basierte Therapie für eine bestimmte Subgruppe von ME/CFS-Patient*innen angewendet werden könne.