Video

Immunoadsorption in ME/CFS and PCS

Dr. Elisa Stein, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Deutschland

+++ Videos und Zusammenfassungen der Vorträge aus 2026 jetzt online +++        
Immunoadsorption in ME/CFS and PCS

Mit Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube geladen. Dabei können personenbezogene Daten an YouTube übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dr. Elisa Stein gab einen Überblick über die an ihrer Institution durchgeführten Immunadsorptionsstudien (IA) sowie über laufende randomisierte kontrollierte Studien in Deutschland. Der Ansatz beruhe auf der Beobachtung, dass bei einer Subgruppe von Patient*innen mit postinfektiösem ME/CFS erhöhte Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) — insbesondere β2-adrenerge Rezeptoren — zur Symptomentwicklung beitrügen und durch ihre Entfernung mittels Immunadsorption eine klinische Verbesserung erzielt werden könne. In der 2025 publizierten Beobachtungsstudie seien 20 Patient*innen mit Post-COVID-ME/CFS nach den Kanadischen Konsensuskriterien und erhöhten β2-adrenergen Autoantikörpern mit fünf IA-Zyklen unter Einsatz eines IgG-bindenden Adsorbers behandelt worden, der eine IgG-Depletion von 80–90 % erzielt habe. Der primäre Endpunkt — eine Verbesserung der SF-36-Körperfunktion — sei erreicht worden, ebenso Verbesserungen bei Fatigue, Schmerzen, PEM-Dauer und autonomen Symptomen. Der Effekt habe rund sechs Monate angehalten; eine wiederholte IA habe einen vergleichbaren, aber ebenfalls zeitlich begrenzten Nutzen gezeigt. Immunologische Profilanalysen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Birgit Sawitzki hätten unterschiedliche B-Zell- und Plasmazellmuster bei Respondern und Non-Respondern gezeigt. In der Folgestudie piMECFS seien 15 Patient*innen mit postinfektiösem ME/CFS (18–65 Jahre) aus dem Fatigue Centrum der Charité und mit erhöhten β2-adrenergen Autoantikörpern eingeschlossen worden; erneut seien fünf IA-Zyklen eingesetzt worden, mit einem primären Endpunkt einer Zunahme der SF-36-Körperfunktion um mindestens 10 Punkte nach acht Wochen. Sieben Patient*innen seien als Responder und sechs als Non-Responder eingestuft worden, wobei einzelne mögliche Spätresponder erst nach mehreren Monaten eine Verbesserung gezeigt hätten. Die multizentrische IMPACT-Studie mit identischem Protokoll laufe seit März 2026 im Rahmen der Nationalen Klinischen Studiengruppe; Ergebnisse lägen noch nicht vor. Stein gab zudem einen Überblick über laufende randomisierte IA-Studien in Deutschland, darunter Sham-kontrollierte Studien in Hannover, Mainz und Berlin. Sie schloss mit dem Fazit, dass Immunadsorption für eine Subgruppe von Patient*innen mit erhöhten Autoantikörpern wirksam sei, der Effekt jedoch zeitlich begrenzt bleibe und die Mechanismen des Nichtansprechens weiterer Untersuchung bedürften.