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In seinem Vortrag berichtete Dr. C. Gunnar Gottschalk über Follow-up-Ergebnisse aus einer dezentral durchgeführten klinischen Studie zu niedrig dosiertem Rapamycin (Sirolimus) bei ME/CFS. Im Mittelpunkt stehe eine Subgruppe von Patient*innen mit überaktivem mTOR-Signalweg — einem zellulären Prozess, der bei Dysregulation die Autophagie, den zelleigenen Abbau- und Reinigungsmechanismus, beeinträchtigen könne. Präklinische Arbeiten in Tiermodellen hätten gezeigt, dass eine mTOR-Überaktivierung oder direkte Hemmung der Autophagie PEM-ähnliches Verhalten, Immunzellinfiltration mit M1-Makrophagen-Polarisierung sowie gestörte periphere Nervenleitung auslösen könne, was die Grundlage für diesen Therapieansatz stütze. In einer Phase-1-Pilotstudie hätten die Patient*innen Rapamycin in langsam gesteigerter Dosierung über etwa 90 Tage erhalten, wobei jede Person als eigene Kontrolle gedient habe. Sicherheit und Machbarkeit seien gut gewesen; bei einem kleinen Teil der Teilnehmenden seien während der Dosissteigerungsphase milde, vorübergehende Magen-Darm-Nebenwirkungen aufgetreten, und Blut-Biomarker der Autophagie hätten sich erwartungsgemäß verändert. In Phase 2 seien eine standardisierte kompoundierte Sirolimus-Formulierung, geschlechtsspezifische Dosierung, zentrale Labortests, erweitertes Biobanking und ein längerer Beobachtungszeitraum von rund 120 Tagen eingesetzt worden. Von den Teilnehmenden, die die Behandlung begannen, hätten die meisten die Hauptphase abgeschlossen; etwa ein Drittel sei als Responder eingestuft worden, mit Verbesserungen in mehreren Fragebögen zu körperlicher Funktion, Fatigue, Schlaf und kognitiver Leistungsfähigkeit. Laboranalysen in einer Untergruppe von Respondern hätten eine verbesserte Energieproduktionskapazität in Immunzellen gezeigt, die mit der klinischen Besserung korreliert habe. Gottschalk betonte, dass es sich um eine offene Studie ohne Placebo-Arm handele, und schloss mit dem Hinweis, dass Rapamycin vielversprechend und gut verträglich erscheine, eine placebokontrollierte randomisierte Studie und bessere Kriterien zur Patientenauswahl aber weiterhin nötig seien.